Die Pritzerber Rohrweberei ist die letzte ihrer Art in ganz Deutschland. Erbaut wurde das Gebäude als neues Schützenhaus der Pritzerber Schützengilde und am 23.6.1929 feierlich eröffnet. Heute wird das Haus und das Gelände auch als Veranstaltungsort genutzt.
Das alte Schützenhaus, dass der Schützenstraße, heute ein Teil der „Marzahner Chaussee“, ihren Namen gab, befindet sich hinter dem „Dreimännerhaus“ am Bahnübergang gegenüber der ehemaligen Mühle, heute „An- und Verkauf“. Durch die Nähe zur 1904 eröffneten "Brandenburger Städtebahn" machte sich eine entferntere Neuansiedlung eines Schießplatzes mit Schützenhaus notwendig.
Bis zu seinem Tod 1980 war Georg Wellendorf Besitzer und Leiter der Rohrweberei. An zwei seiner ehemaligen Mitarbeiter vererbte er Wohnhaus und Rohrweberei. Gerhard Krüger führte dann die Rohrweberei bis zum Jahr 1998 und verkaufte das Gebäude dann an die Stadt Pritzerbe. Die Webstühle kaufte das damalige LIW (Lehniner Institut für Weiterbildung), das schon vorher Betreiber der Rohrweberei war. Die Stadt verpachtet das Gebäude an das LIW und erhielt ein Vorkaufrecht auf die Webstühle. Heute betreibt der Nachfolger des LIW der AAfV (Arbeits- u. Ausbildungsförderungsverein Potsdam- Mittelmark) seit 2001 die Rohrweberei hauptsächlich mit Kräften aus Fördermaßnahmen.
Die Produkte der Rohrweberei Pritzerbe finden im Baugewerbe und als Dekorationsmittel gefragten Absatz.

