| Die Rohrweberei |
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Die Pritzerber Rohrweberei ist die letzte ihrer Art in ganz Deutschland. Erbaut wurde das Gebäude als neues Schützenhaus der Pritzerber Schützengilde und am 23.6.1929 feierlich eröffnet. Heute wird das Haus und das Gelände auch als Veranstaltungsort genutzt.
Bild: Die Rohrweberei
Das alte Schützenhaus, dass der Schützenstraße, heute ein Teil der „Marzahner Chaussee“, ihren Namen gab, befindet sich hinter dem „Dreimännerhaus“ am Bahnübergang gegenüber der ehemaligen Mühle, heute „An- und Verkauf“. Durch die Nähe zur 1904 eröffneten "Brandenburger Städtebahn" machte sich eine entferntere Neuansiedlung eines Schiessplatzes mit Schützenhaus notwendig. Hinter dem neuen Schützenhaus in einer Entfernung von ca. 100m in Richtung Pritzerber See befindet sich eine Erhöhung auf der ein zerfallener, einst gemauerter Kugelfang noch gut zu erkennen ist. Die Pritzerber Schützengilde wurde nach dem Ende des 2. Weltkrieges aufgelöst. Alles Militärische war in der Sowjetischen Besatzungszone, später DDR, verboten.
![]() Bild: Auf diesen Webstühlen werden die Rohrmatten gefertigt. Georg Wellendorf aus Pritzerbe, der das Wohnhaus des sich 1945 selbst erschossenen Dr. Stuth in der Dammstrasse übernommen hatte, gab auch dem neuen Schützenhaus einen neuen Sinn. Auf speziellen Webstühlen, die er aus uns unbekannten Quellen erworben hatte, wurde das hier vorkommende Schilf zu Rohrmatten und anderem verarbeitet. Bis zu seinem Tod 1980 war Georg Wellendorf Besitzer und Leiter der Rohrweberei. Zwei seiner ehemaligen Mitarbeiter vererbte er Wohnhaus und Rohrweberei. ![]() Bild: Das Gelände hinter der Rohrweberei wurde sehr schön gestaltet. Gerhard Krüger führte dann die Rohrweberei bis zum Jahr 1998 und verkaufte das Gebäude dann an die Stadt Pritzerbe. Die Webstühle kaufte das damalige LIW (Lehniner Institut für Weiterbildung), das schon vorher Betreiber der Rohrweberei war. Die Stadt verpachtet das Gebäude an das LIW und erhielt ein Vorkaufrecht auf die Webstühle. Heute betreibt der Nachfolger des LIW der AAfV (Arbeits- u. Ausbildungsförderungsverein Potsdam- Mittelmark) seit 2001 die Rohrweberei hauptsächlich mit Kräften aus Fördermaßnahmen. Die Produkte der Rohrweberei Pritzerbe finden im Baugewerbe und als Dekorationsmittel gefragten Absatz.
Bild: links: Schilfpflanzung für die Weberei. Mitte hinten - zu sehen ist noch der Kugelfang des Schützenvereins (Hügel)
Kontaktmöglichkeit: "Haus der Begegnung" in Pritzerbe, Tel.: 03 38 34 / 5 02 83
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