| Die Fähre |
|
„Die Gerechtigkeit zur Überfahrt über die Havel von Pritzerbe nach Kützkow welche der Fährmann Johann Friedrich Hartwig durch den Antrag vom 2. Mai 1788 von der Königlichen Kriegs- und Domänenkammer zu Magdeburg erworben hatte... infolge Erbweges... vom 15.Juni 1818 auf den Kaufmann August Wilhelm Friedrich Hartwig... den 11. März 1834 an seine Witwe Caroline Friederike, geborene Hintze, vererbt, von dieser am 21.Juni 1855 an den Kaufmann Wilhelm Gottlieb Robert Hartwig ohne besondere Preisbestimmung verkauft worden ist auf den Antrag vom 18.Mai 1869 hier zugeschrieben.“ Im Februar 1883 wird über den Antrag vom Kaufmann Robert Hartwig, dem Besitzer der Fähre, verhandelt, um die Genehmigung eines Seiles oder Kette für die Sicherung der Fähre zu entscheiden. Die Risiken, die sich durch die Wetter- und Wassertiefenverhältnisse für den gestakten Fährbetrieb ergeben haben, machen laut seinen Angaben den Fährbetrieb fast unmöglich. Unter dem Argument, dass eine solche Anlage mit Kette schon für die städtische Fähre über den See besteht, hofft der Antragsteller auf Erfolg. Auch der Wasserbauinspektor steht dem Antrag positiv gegenüber, da für die Havel der Betrieb der Kettenschleppschifffahrt nicht vorgesehen ist und bittet, die strompolizeiliche Genehmigung zu erteilen. Diese wird am 18.5.1883 durch den Regierungspräsidenten von Diesberg erteilt.
Nach dem die Fähre, wie auch alle Brücken, im Krieg gesprengt wurde, schaffte man nach dem Krieg eine andere herbei. Vermutlich kam diese aus Strodehne und wurde von Wilhelm Schwarz, Fritz Dammasch und Walter Wernsdorf als Pächter betrieben. Sie arbeiteten als Fährmänner im 3- Schichtbetrieb. Die Fähre wurde an zwei Seilen geführt und mit Holzklemmen herüber gezogen. Ende der 50er Jahre wurde die Fähre erstmals motorisiert. Zum Einsatz kam ein Einzylinder Dieselmotor, der die Fähre bis 1990 betrieb. Vermutlich war die damit einhergehende Pachterhöhung der Grund für die Aufgabe des Pachtverhältnisses. Schwarz und Dammasch schieden aus dem Fährdienst aus und Walter Wernsdorf arbeitete als Fahrmann im Dienste der Stadt Pritzerbe weiter.
Wie eben erwähnt, wurde die Fähre 1990 durch einen Neubau ersetzt. Die alte Fähre wurde abgewrackt.
Die "Neue" (Bild oben) wird bis heute durch eine Kette in Verbindung mit einem Dieselmotor angetrieben. Auf der anderen Seite dient ein Drahtseil als Führung.
Die Fähre wird jetzt von der Stadt Havelsee betrieben. Es werden 4 Fährmänner beschäftigt.
|




